Artikel Fuocolento „Rivista di gusto del Friuli Venezia Giulia“,
Seite 50, Dezember 2011, (Übersetzung)
- Die Protagonisten -
Im Jahr 1965 verwirklichte sich Luigi Tomasella mit dem Kauf der Villa Carmen, die zuvor im Besitz des Souveränen Malteserordens war, einen langgehegten Herzenswunsch. Auf den 150 Hektar Land die zur Villa in Rigole gehören, nahm er wieder die Landwirtschaft und den Weinbau auf, so wie er von seinen Vorfahren gewohnt war. Vielleicht ist es kein Zufall, dass genau in diesem Jahr Paolo, Luigis jüngster Sohn geboren wird, der heute die Weinproduktion auf den Weingütern Tomasella überwacht.
Paolo zieht in den 90er Jahren zusammen mit seiner Ehefrau Luisa in die Villa, um an diesem besonderen Ort, umgeben von hundertjährigen Bäumen, die drei gemeinsamen Kinder aufzuziehen. Paolo begeistert sich sofort für den Weinbau. Ausführliche Studien und Experimente sind wegweisend auf der Suche nach Exzellenz um die Qualität der Weine, die hier auf der Grenze von zwei DOC-Zonen entstehen, Veneto Piave und Friuli Grave, stetig zu verbessern.
Auf seiner Suche nach anerkannten Fachleuten dieser Branche trifft er auf Angelo Solci. Dieser hat einen Studienabschluss als Agrarwirt mit der Fachrichtung „Biochemie im Lebensmittelbereich und Önologie“. Er wuchs zwischen Fässern und Flaschen im Laden seines Vaters Cesare auf, der im Jahr 1938 in Mailand einen Laden mit erlesenen Weinen und Ölen eröffnete. Angelo wird AIS Dozent (Associazione Italiana Sommelier – Sommeliervereinigung) und macht an der berühmten Weinbauschule in Beaun, im Burgung einen "Master of Wine Tasting". Er berät Weingüter im In- und Ausland.
Gemeinsame Besuche der wichtigsten Weingüter im Burgund und in der Champagne sorgen für unvergessliche Erlebnisse und neue Erfahrungen und intensivieren weiterhin die Zusammenarbeit mit Solci.
Paul ist überwältigt von der Eleganz der großen Weine des Burgunds, die in Eichenfässern vergären und reifen. Er beschließt in diese Richtungen auch auf dem eigenen Weingut zu experimentieren. Bei diesen Versuchen unterstützt Ihn der erfahrene und anerkannte Agronom und Wissenschaftler Diego Tomasi mit Rat und Tat. Diego arbeitet für das Forschungsinstitut CRA (Centro di Ricerca e Sperimentazione di Agricoltura) in Conegliano und ist auch Dozent an der bekannten Weinbauschule in Conegliano.
Im Jahr 2002 werden die ersten beiden „Reserve“ Weine geboren: „Le Bastìe Bianco“ und „Le Bastìe Rosso“. Der Erste, ist eine Auswahl der besten Friulano Trauben, der zweite eine Selektion der besten Merlot Trauben des „Crus“ „Le Monde“ in Prata di Pordenone, nur wenige Kilometer vom Weinkeller in Mansuè entfernt. Dort kümmert sich der eifrige Claudio Pillon mit Hingabe um die perfekte Transformation von der Traube zum Wein.
Diese Nektare, zwei ehrgeizige Projekte, sind repräsentativ für das, was Paolo mit seiner Arbeit ausdrücken möchte. Er hat eine ganz eigene Philosophie. Durch eine Metapher beschreibt Paolo den Wein als Musikinstrument, welches zusammen mit den Aromen der Speisen, der Atmosphäre und der Stimmung der Gäste ein großes Orchester bildet. Jedes Instrument muss in Harmonie mit allen anderen sein. Damit dies geschehen kann, muss der Wein reich sein, aber ausgewogen und harmonisch, mit jener „Eleganz“ wie sie Lord Brummel liebte, die wie er meinte darin bestehe zu „gefallen ohne aufzufallen."
Aus der Bereitschaft zu experimentieren und neue Ausdrucksformen des „Terroirs“ zu finden, entstehen Weine mit starker Persönlichkeit wie „Osé“, einem halbtrockenen Rose-Sekt. Osé ist eine Cuvée aus dem Most überreifer Verduzzo Trauben und Refosco, zwei autochthonen Rebsorten des Friauls, die gemeinsam im Drucktank vergoren werden. Prickelnd, faszinierend, intensive rosa Farbe, duftendes Bukett von frischem Obst und Rosen, cremig, mit einem langen, wohlschmeckendem Finale. Wenn Sie an einer Verkostung von "OSE" mit der lebhaften Annette Lizotte, Export-Managerin des Unternehmens teilnehmen, lassen Sie sich von der Vielseitigkeit dieses Schaumweines überraschen. Während Sie dazu aufgefordert werden Kombinationen mit Speisen zu wagen wird Ihnen bewußt, hier wird die Harmonie nur von der Unberechenbarkeit der Zusammenstellung übertroffen.
Schließlich gibt es noch „Chinomoro“. Die Basis bilder der im Holz ausgebaute Merlot „Le Bastìe“, dem eine edle Mischung in Alkohol mazerierter Kräuter und Pflanzen, u.a. Chinarinde zugesetzt werden. Die Idee des „Chinato“, so nennt man diese Weinspezialität in Italien, ist nicht neu. Der berühmte „Barolo Chinato“, wurde vor mehr als 110 Jahren im Piemont von 2 Apothekern als „gesundheitsförderndes Elixier“ erfunden.
Chinomoro ist ein großer Wein, den man in kleinen Schlückchen genießt - aber nicht nur - er passt außerdem perfekt zu dunkler Schokolade. Serena Mariotto macht uns mit ihrer ansteckend sympathischen Art auf die faszinierende Komplexität seines Buketts und Geschmacks, aber auch auf die unglaubliche Harmonie zwischen den fruchtigen und leicht bitteren Kräuternoten aufmerksam. Schlückchen für Schlückchen umhüllt er die Geschmacksnerven auf sanfte Weise, wie ein seidiger Umhang.
Chinomoro drückt wahrscheinlich am besten aus was das Unternehmen mit der Aussage "emozioni in un sorso " vermitteln möchte.
Nicht nur die Weine, sondern auch die Qualität der Menschen, die Tag für Tag zum Erfolg des Weingutes Tentute Tomasella beitragen bestätigen: die Grundlage für außerordentliche Qualität sind Erfahrung, "savoir faire", Leidenschaft, Intuition, Ausdauer und Neugier.

